Die Positionen des SVIT Schweiz
in Sachen Immobilienwirtschaft

Der SVIT Schweiz setzt sich für seinen Wirtschaftssektor ein. Zur Immobilienwirtschaft zählen namentlich der Markt für Renditeliegenschaften, Wohnungs- und Gewerbemiete und der Wohneigentumsmarkt. Aber auch die Berufsbildung ist uns ein grosses Anliegen. Wir machen uns für das duale Bildungssystem stark.

Der SVIT bekennt sich zu einer liberalen Wirtschaftsordnung und befürwortet staatlichen Eingriff nur dort, wo der Markt versagt oder wo die Ziele unserer Gesellschaft auf anderem Weg nicht erreicht werden können, beispielsweise im Bereich der Klimapolitik oder der Raumordnung.

Fakten statt Fake-News

Wohnen ist ein emotionales Thema und gleichzeitig ist keine Wohnung und keine Wohnsituation gleich wie die andere. Das macht den Immobilienmarkt anfällig auf Fake-News. Der SVIT Schweiz macht sich stark für verlässliche statistische Grundlagen (die heute teilweise fehlen) und eine objektive Interpretation. Nehmen wir ein Beispiel: Die Leerwohnungsziffer, die jährlich von den Kantonen erhoben wird, gibt kein objektives Bild vom Mietwohnungsmarkt wieder, ist aber immer wieder Begründung für politische Vorstösse. Weil bei der Leerwohnungsziffer nicht zwischen Mietwohnungs- und Wohneigentumsmarkt unterschieden wird, wird die Leerwohnungsziffer für Mietwohnungen viel zu tief ausgewiesen. 2018 lag sie beispielsweise schweizweit nicht bei 1,62%, sondern bei 2,60%, wie Wüest Partner errechnet hat.

Abschaffung des Eigenmietwerts

Der SVIT Schweiz steht einem Systemwechsel grundsätzlich positiv gegenüber. In Abhängigkeit von der konkreten Ausgestaltung wird die Abschaffung des Eigenmietwerts und die Aufhebung der Abzugsmöglichkeiten gewisse Gruppen der Wohneigentümer gegenüber dem heutigen System bevorzugen bzw. benachteiligen. Vieles hängt dabei vom jeweiligen Zinsniveau ab. Die glättende Wirkung, die Eigenmietwert und Abzugsmöglichkeiten heute entfalten, würde mit dem Systemwechsel entfallen. Der SVIT äussert sich eher kritisch zu den Abzugsmöglichkeiten für Ersterwerber: Diese könnten Preisschwankungen am Wohneigentumsmarkt verstärken, was aus Sicht des SVIT unerwünscht ist. Ginge es nach dem Verband, könnten die Kantone weiterhin Abzüge für energetische Sanierungen zulassen.

Faires Mietrecht für Mieter UND Vermieter

88% der Mietwohnungen in der Schweiz sind in privater Hand (Privatpersonen, institutionelle Investoren). Der Anteil am Wohnungsneubau ist sogar noch grösser. Die gute Versorgung des Wohnungsmarkts liegt damit hauptsächlich in privater Hand. Die Qualität des Mietwohnungsangebots sucht ihresgleichen. Und das soll auch so bleiben. Der SVIT Schweiz setzt sich ein für angemessene attraktive Investitionsbedingungen, aber auch für einen Mieterschutz, wie ihn der Gesetzgeber vorgesehen hat.

Zurückhaltung des Staats beim Wohnungsbau

Der gemeinnützige Wohnungsbau hat in vielen Städten der Schweiz eine lange Tradition und im urbanen Raum historisch seine Berechtigung. Feste Quoten im Neuwohnungsbau – ob landesweit oder auf Gemeindeebene – und Steuermillionen für die Vergünstigung sind nicht der richtige Weg. Der SVIT fordert gleich lange Spiesse für private und institutionelle Wohnbauträger im Zugang zu Bauland und im Bewilligungsverfahren. Die wachsende Nachfrage nach Wohnraum in den Städten lässt sich nur unter Einbezug der Privatwirtschaft befriedigen. Der SVIT lehnt die Objektfinanzierung grundsätzlich ab und fordert stattdessen eine zielgerichtete Subjektfinanzierung bei der Unterstützung von Einzelpersonen und Familien.

Mehr Rechte für den Bauherrn

Der Bund prüft, ob und wie das Bauvertragsrecht revidiert werden soll. Der SVIT Schweiz unterstützt diese Revisionsbestrebungen, namentlich in den Bereichen Ausdehung der Mängelrügefrist, Verbot der Abtretung der Mängelrechte und Ausdehnung der Verjährungsfrist. In diesen Bereichen müssen die Rechte namentlich privater Bauherren gestärkt werden.

Kein BnB in Mietwohnungen

Bed and Breakfast liegt im Trend, vor allem in den Grossstädten. Was liegt also näher, ein Zimmer in der Mietwohnung oder gleich die ganze Wohnung an Touristen zu vermieten? Diese Verlockung ist gross und die Renditeaussichten hoch. Doch die Untervermietung einer Mietwohnung ohne Einwilligung ist illegal. Der SVIT Schweiz macht sich stark dafür, dass der ohnehin knappe Mietwohnraum in den Städten nicht noch zusätzlich durch kommerzielle Nutzung verringert wird.